Minden, 08.03.2019

 

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Minden hatte der Leiter der Feuerwehr Minden, Oberbrandrat Heino Nordmeyer, am 08.03.2019 die Mitglieder der Feuerwehr in die Aula des Leo-Sympher-Berufskolleg eingeladen. Als Gäste konnte Heino Nordmeyer den stv. Landrat Reinhard Banke, den für die Feuerwehr zuständig Beigeordneten Lars Bursian, sowie Karl Jungkurt als Wehrleiter der Stadt Petershagen und Michael Klasse als Wehrleiter der Patnerstadt Tangermünde begrüßen.

Das Jahr 2018 geht mit insgesamt 17.403 Einsätzen für Feuerwehr und den Rettungsdienst in die Geschichte ein. Das sind knapp 9% mehr Einsatzaufkommen für die 394 Mitglieder in der Einsatzabteilung der Feuerwehr Minden. Nennenswerte Einsätze waren u.a der Fund einer Fliegerbombe im Januar 2018 in dem die Feuerwehr Minden bei den Evakuierungsmaßnahmen unterstütze und das Sturmtief „Friederike“, welches einen Tag später für einen wiederholten Vollalarm der Feuerwehr Minden sorgte. An den zwei Einsatztagen waren die Einsatzkräfte insgesamt 36 Stunden für die Bürger-/innen der Stadt Minden im Einsatz. Aber auch zwei kurz aufeinanderfolgende Silobrände bei Industriebetrieben in der Hans-Böckler-Straße und in der Werftstraße hielten die Feuerwehr in Bewegung. So wurden bei den mehr als 24- stündigen Einsätzen z.T. 234 Atemschutzgeräte in Einsatz gebracht. Um die Brände zu löschen, mussten große Menge Intergas (Stickstoff) durch eine Spezialfirma aus Osnabrück geliefert werden. Das in der Feuerwehr nicht nur bei Brandeinsätzen eine große Hitzebelastung besteht, zeigte sich bei einem ABC Einsatz im Industriehafen. Hier wurde beim entladen eines LKW ein 1.000 Liter Gebinde mit Ameisensäure beschädigt und lief aus. Aufgrund der Stoffeigenschaften (ätzend) konnten sich die Einsatzkräfte nur in CSA (Chemikalienschutzanzügen) in den Gefahrenbereich der Einsatzstelle begeben. Da zu dem Zeitpunkt eine große Hitzewelle Deutschland fest im Griff hatte, herrschten bereits in den Vormittagsstunden sehr hohe Temperaturen, so dass ein Einsatz in den CSA auf max. 10 Minuten beschränkt werden konnte. Dies hatte einen sehr großen Personaleinsatz von Freiwilliger- und Berufsfeuerwehr zur Folge. Das Konzert der Toten Hosen zählte ebenfalls zu den größeren Einsätzen im vergangenen Jahr. Aber nicht nur in Minden kamen die Feuerwehrleute zum Einsatz. Bei überörtlichen Hilfeleistungen zu Bränden im Industriegebiet Petershagen/Lahde und auf der Pohlschen Heide unterstützen die Brandschützer die örtlichen Feuerwehren mit dem Gerätewagen Messtechnik, einer Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug sowie dem Einsatzleitwagen 2 des Kreises Minden-Lübbecke, welcher in Minden stationiert ist.

Um der Vielzahl von Einsätzen auch in Zukunft professionell begegnen zu können, bedarf es einer intensiven Vorleistung. Daher bedankte sich Nordmeyer bei der Jugend-/ und Kinderfeuerwehr mit Ihren Betreuern und betonte das Engagement und die wichtige Aufgabe für die Zukunft des Ehrenamtes.

Weiterer Dank ging auch an die Ausbilder in der Feuerwehr, das PSU Team (Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte), die Versorgungsgruppe, die Brandschutzerziehung, die Pressegruppe, die Musikzüge und an die Führungskräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr sowie das Sprecherteam der Freiwilligen Feuerwehr. Alle haben dazu beigetragen, dass die Feuerwehr Minden eine Leistungsfähige Feuerwehr ist und für die Zukunft gut aufgestellt sein wird.

Die Übergabe des neuen Gerätehauses der Löschgruppe Hahlen mit der zeitgleichen Indienststellung eines LF (Löschgruppenfahrzeug) 10 und eines TLF (Tanklöschfahrzeug) 3000, die Indienststellung eines TLF (Tanklöschfahrzeug) 4000 für die Löschgruppe Leteln sowie die Beschaffung von neuer Einsatzkleidung konnten in 2018 unterstreichen, das die Feuerwehr Minden in modernsten Strukturen arbeitet und sich stetig weiterentwickelt. Von der Stadt Minden wurden alle Feuerwehrhäuser mit einem Telefon + Internetanschluss ans Netz gebracht und mit Multifunktionsgeräten ausgestattet, so dass u.a. Einsatzsdepeschen an den Standorten empfangen werden können und die ehrenamtlichen Mitglieder nicht mehr auf eigene Kosten einen Telefonanschluss unterhalten müssen.

Die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplan gestaltet sich herausfordernd, da auch die Feuerwehr Minden den bundesweiten Personalmangel von neuen Brandmeisteranwärter-/innen im hauptamtlichen Dienst spürt. Hinzu kommt eine Wettbewerbssituation zwischen den größeren Städten Hannover und Bielefeld, welche mit zusätzlichen Sonderleistungen die Bewerber an sich zieht. Hier wurde seitens der Verwaltung reagiert und eine angepasste Stellenpositionierung erarbeitet. Auch wird ein eigener Schulbetrieb für die Brandmeisteranwärter-/innen (B1 Lehrgang) geprüft, um flexibler am Stellenmarkt agieren zu können.

Stadtbrandinspektor Ingo Steinhauer sprach als Sprecher der freiwilligen Feuerwehr den Umgang mit der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) innerhalb der Verwaltung der Stadt Minden an. Durch die Einführung der DSGVO musste u.a. der Facebook Auftritt der Feuerwehr Minden über einen längeren Zeitraum abgeschaltet werden, welches einen schwierigen Prozess in der Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr darstellte. Die Strategie der Mitgliederwerbung wurde auch in 2018 durch das Sprecher-Team erfolgreich fortgeführt. So wurde zu den neuen Quartiersmanagern der Stadt Minden in den Ortsteilen Rechtes Weserufer und Bärenkämpen aufgenommen, um gemeinsame Projekte im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und zu planen und durchzuführen. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Stadt Minden werden insgesamt 1.542 Briefe zum 10. Geburtstag an die Mindener Jugend verschickt, in dem sie zu Kennenlerndiensten in der Jugendfeuerwehr eingeladen werden. Auch Steinhauer bedankte sich bei den Jugend- und Kinderfeuerwehrwarten mit deren Betreuern für das Engagement, den Nachwuchs in der Freiwilligen Feuerwehr zu fördern.

Stadtjugendwart Frank Brinkmann berichtete über die umfangreiche Arbeit in den Jugendgruppen der Feuerwehr Minden. So wurden mit den 128 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr technische Dienste, Wettkämpfe und Freizeiten durchgeführt. Insgesamt wurden hierfür 10.072 Dienststunden und 1.905 Stunden für Vorbereitungen der Aktivitäten aufgewendet.

Abschließend erfolgten Neuaufnahmen, Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen lt. der angehängten Liste.

Datum: 
Freitag, 8. März 2019